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Wolfgang`s grüngelbe Kawasaki Z900


Roland ist nun schon ein paar Jahre im Besitz dieser Kawasaki Z 900. Eifrige Besucher dieser Seiten konnten schon seit einiger Zeit dieses Motorrad bestaunen. Nun ist Roland einer der gerne seine Motorräder optimiert verschönert und verbessert. Und so kam es, dass er mir im Herbst 2008 einen ersteigerten Keihin Gleichdruckvergaser in die Hand drückte mit der Bitte, diesen wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzen. Monate später war es dann soweit. Durch eine öltriefende Kopfdichtung und einer rasselenden Steuerkette war ein Reha Aufenthalt der Zet in unserer Werkstatt zwingend notwendig. Dabei sollte ebenfalls die Vergaserbatterie an ihren Bestimmungsort geflanscht werden.



Das Motorrad ist in einem sehr guten originalen Zustand. Selbst der Lacksatz verlor in mehr als 30 Jahren nicht seinen Glanz. Lediglich die Auspuffanlage musste Wolfgang gleich nach dem Erwerb erneuern. Hier stecken noch die originalen Mikunis in den Ansaugflanschen. Das soll sich von nun an ändern. Aber so einfach wie es Wolfgang vom 3-2-1-meins Anbieter versprochen wurde, gestaltete sich der Umbau dann doch nicht.


Moderne Motoren werden erheblich schmaler gebaut und somit schrumpfem selbstredend auch die Abstände der Ansaugkanäle. Wie soll man nun diesen verdammt schmalen Gemischaufbereiter mit dem Zylinderkopf mit seinen üppigen Ansaugkanal-Abständen vereinen. Die Lösung sind schräg gefräste Zwischenstücke zwischen Zylinderkopf und Ansaugflansche. Dummerweise sind die Abstände auch noch so verschieden, dass diese in einem verschiedenen Winkel gefertigt werden mussten. Angepasst wurde dann schrittweise direkt am Objekt.


Als diese Hürde überwunden war stellte sich heraus, dass die von Wolfgang gewünschten K&N Filter mit einem Flansch von 52 mm zu breit gebaut sind, um sie nebeneinander an der Vergaserbatterie anzuordnen. Die Lösung wurde hier in einem gezielten zusammendrücken der Filter gefunden. Um die einzelnen Filter nicht zu deformieren, musste wieder einmal ein spezielles Werkzeug angefertigt werden. Jetzt noch den Chokemechanismus und die Gaszüge anpassen und die Abstimmungsarbeiten konnten losgehen.



Aus dem Bauchgefühl heraus und ein wenig Erfahrung aus anderen derartigen Umbauten startete ich mit #35 Leelauf und #132,5 Haupdüsen. Die Düsennadeln wurden im Urzustand belassen. Nach dem Einstellen der CO-Werte auf 1.5% und sorgfältigem synchronisieren der Vergaserbatterie funktionierte die Zet ganz ordentlich. Zu Versuchszwecken wurden die Hauptdüsen gegen #140 getauscht. Mit der geänderten Abstimmung verschlechterte sich das Verhalten, vor allem im mittleren Drehzahlbereich. Die Reduzierung auf #135 Düsen brachte ebenfalls nicht den erhofften Erfolg. Also blieb es letztendlich bei der ursprünglichen Abstimmung mit den #132.5 Hauptdüsen und den #35 Leerlaufdüsen. Das Motorrad beeindruckt seit dem Umbau auf die Gleichdruckvergaser mit einem absolut sauberen Durchzug aus extrem niedrigen Drehzahlen, bis hin zum roten Bereich. ZU gerne würde ich jetzt noch die strömungstechnisch ungünstigen K&N Filter gegen offene Trichter mit einer Länge von 60-70 mm tauschen und das Drehmoment mittels Hubraumvergrösserung auf 1000 ccm aufrüsten. Mal sehen ob es mir gelingt, den Wolfgang zu überreden.
Ach ja, bevor ich es vergesse, das Öl bleibt jetzt wieder im Motor und die Steuerkette verrichtet unauffällig ihre Dienste. Aber mit solchen Instandsetzungsmassnahmen will ich niemanden langweilen.

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