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Unsere Honda XL 500 R

Auf der Suche nach einem neuen Projekt, sind einige Parameter schnell festgelegt. Ein kurzer Blick über den vorhandenen Fuhrpark, weckt den Wunsch nach einer klassischen, leichten, alltagstauglichen Enduro. Eine schön gemachte XL 500 R wäre die ideale Lösung. Manchmal meint es das Leben gut mit mir. Kurze Zeit später, wechselt genau so ein Teil, für faires Geld, den Besitzer. Es kann losgehen....


Bei der Beastandsaufnahme wird schnell klar, daß die Honda von den elf Vorbesitzern, nicht immer pfleglich behandelt wurde. Was soll's, die Substanz ist ordentlich und viel bessere findet man ohnehin nicht. Zusammen wollen wir auch keine Schönheits-Wettbewerbe gewinnen, sie soll einfach nur funktionieren. Für eine Italien Tour, mit viel Schotter, kleinen und kleinsten Strässchen, wird die XL für einen Kurzurlaub, in vier Wochen, eingeplant. Ja, bis dahin wird sie technisch fit auf der Strasse sein....dachte ich...

Speichenräder sind schön. Allerdings nur, wenn sie gepflegt sind. Angerostete Speichen gehen gar nicht. Also, Speichensätze bestellen und weil die Naben auch etwas vergammelt sind, werden diese, bei dieser Gelegenheit, gestrahlt und lackiert. Einige Zeit nimmt das Aufarbeiten der Bremsen in Anspruch. Bewegliche Teile werden gangbar gemacht, Beläge vorne und hinten durch Neue ersetzt und letztendlich die gammeligen Hebel vom Galvaniker mit neuem Glanz versehen. Das hintere Bremsgestänge wird der Alteisensammlung vom Musikverein spendiert, den Bremszug für die schöne Duplex vorne ist nicht mehr lieferbar und muss selbst angefertigt werden. Sämtliche Radlager und Wellendichtringe werden bei dieser Aktion selbstverstänlich durch neue ersetzt.
Sämtliche Lagerhülsen für die Anlenkung der Schwinge werden nach einer ausgiebigen Reinigung geprüft und vermessen. Das gleiche gilt für die Schwingenlager. Alles befindet sich im grünen Bereich und wird mit gutem Gewissen und einer ausreichenden Portion Lagerfett zusammenbebaut. Auch das Federbein befindet sich in bemerkenswertem Zustand. Der Vordergabel werden neue Lagerhülsen, Simmerringe und frisches Öl spendiert. Die Tauchrohre erstrahlen nach dem Aufpollieren an der Schwabbel in neuem, für eine Enduro fast schon grenzwertigen, Glanz. Lenkkopflager gehen wieder zum Musikverein, bzw. dessen Alteisen-Container. Ersatz finden diese aus dem Regal von Emil Schwartz.

Zwischendurch werden sämtliche Lackteile sandgestrahlt, grundiert und mit neuem Lack versehen. Rot mit weissen Start-Feldern, so der Wunsch. Ist nicht original, macht aber nix. Motorräder sind für mich individuelle Objekte und so werden sie auch gestaltet.Letztendlich gefällt es dann doch.
Ursprünglich sollte das Herzstück unangetastet bleiben...dachte ich...
Selbstverständlich wird ein neuer Kettensatz spendiert. Und hier kommt eine verschlissene Verzahnung für die Ritzelaufnahme, an der Getriebeausgangswelle, zum vorschein. Auch das noch... Der Motor wird vom Rahmen getrennt. Ein paar Tage später liegen die Einzelteile, zur Begutachtung, auf der Werkbank. Der Steuerkettenspanner samt Gleitschiene, Steuerkette, Kette für die Ausgleichswellen, sämtliche Lager, Simmerringe und natürlich die Getriebewelle, ein Fall für den besagten Container. Die Ölpumpe hat ebenfalls das Beste hinter sich.
Ende März war dann alles wieder zusammen und die ersten Testfahrten auf heimischem Boden konnten beginnen. Wie zu erwarten funktionierte die classische Enduro auf Anhieb einwandfrei. Alles in allem hat der Wiederaufbau etwas mehr als ein Jahr gedauert. Die Kosten habe ich komplett verdrängt. Für mich hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt. Ist doch wieder ein weiterer Jugendtraum mit diesem Motorrad in Erfüllung gegangen.
Mittlerweile sind viele weitere Kilometer auf die Uhr gekommen und es ist immer wieder schön damit auf Entdeckungsreise zu gehen.

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