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Die Quattro vom Benelli-Franz


Franz gehört zu den alte Hasen in Sachen Benelli. Schon in den Siebzigern entdeckte er die Welt auf Benellis. Als ich ihn zu Beginn der Achtzigern kennen lernte, war er mit einer gelben Tornado 650 unterwegs. Der einzige Schwachpunkt war eine permanent leer werdende Batterie. Typische italienische Elektrik eben! Franz störte das nicht besonders. Ohne Licht konnten mehrere 100 km gefahren werden, ausserdem kam er immer wieder irgendwie zu Strom.
Dann kam allerdings eine harte Zeit ohne Benelli`s. Beruflich hart eingespannt bevorzugte er zuverlässige Honda`s, sowie eine Kawasaki Zephyr für seine Frau.
Vor ein paar Jahren bekam ich dann einen Anruf von Franz:" Du, ich hab mir eine Quattro in einem ganz guten Zustand gekauft. Sie läuft nicht ganz rund und die Bremse vorne tut auch nicht so richtig. Und dann die Elektrik! Hast Du Lust?".
Natürlich hatten wir Lust die Benni in einen technisch guten Zustand zu versetzen.



Wie so oft war auch diesmal die Hauptursache in der Gasfabrik zu finden. Zuerst wurde die Vergaserbatterie zerlegt und mit Ultraschall gereinigt. Die obligatorische Vermessung sämtlicher Düsen-Bohrungen vor der Komplettierung zeigte, dass wohl zuvor schon jemand sein Glück versucht hatte. Keine einzige Düse war masshaltig. Vermutlich hat es hier wieder einmal mehr ein Spezialist mit einfachem Aufreiben der zugewachsenen Düsen versucht. Sowohl die Leerlauf-und Hauptdüsen mussten ersetzt werden.
Bei der ersten Probefahrt überfettete Zylinder #1. Ein Haarriss in der Mischrohr Aufnahme wurde nach längerer Suche entdeckt. Jetzt war guter Rat teuer.
Die Lösung war dann doch ganz einfach. Eine auf der Drehbank angefertigte Hülse wurde auf den plangedrehten Aufnahmestutzen geschrumpft und zur Sicherheit mit Kaltmetall verklebt. Hat bis heute einwandfrei gehalten
Das Synchronisieren der Vergaserbatterie, das Einstellen der Zündung mit neuen Unterbrecher-Kontakten war reine Routine. Nach dem Instandsetzen des Sicherungskastens und Einstellen der wunderschönen Doppel-Simplex-Bremse verliefen die ersten Probefahrten reibungslos.


2009, etwa vier Jahre später nahm ich einen Anruf von Franz entgegen. Er teilte mir mit, dass er die gammeligen Speichen satt hätte und Borrani Hochschulter Felgen aus Alu ihm schon gefallen könnten. Sämtliche Züge sollten bei dieser Gelegenheit ebenfalls erneuert werden. Also kam die Quattro ein weiteres mal in unsere Werkstatt. Dieses mal wurden die Naben mit frisch polierten originalen Borranis mittels Edelstahl- Speichen verbunden und zentriert und teilweise neue Züge verbaut und eingestellt. Die notdürfig reparierte Ölwanne (Ablassschraube) wurde durch eine intakte gebrauchte ersetzt. Durch diese Massnahmen, insbesondere durch die neuen Borrani-Felgen bekam die Benelli eine ganz andere, positive Erscheinung. Natürlich wurde das Motorrad durch eine ausgiebigen Probefahrt getestet, bevor es wieder an den Benelli Franz zurück gegeben wurde.


Den Multizylinder-Benelli`s wird nachgesagt, dass die Motoren eine Kopie der Honda Four Motoren wären. Dieser Vorwurf lässt sich nicht so ohne weiteres leugnen. Hat man allerdings die Gelegenheit eine Quattro und eine 500 Four zu vergleichen, stellt man schnell den Unterschied fest. Eine feurige, rassige Italienerin, welche gebändigt werden will. Die Honda ist dagegen fast schon perfekt, zuverlässig, leise, brav....! Nein nein, nicht langweilig!


Eingefleischte Benellisti`s kennen den Franz. Sein jährliches Benelli-Franz-Treffen ist aus unserer Ecke nicht mehr wegzudenken. Obwohl der Benelli Virus schon lange von ihm Besitz ergriffen hat, liebt Franz alle Motorräder. Das spiegelt sich bei seinen Treffen. Eine bunte Mischung aus allem was zwei Räder hat, egal welche Marke oder Baujahr. Franz ist eben ein waschechter Motorrad-Liebhaber.